Arcadis Ost 1 - Windmühle in der Ostsee

Projektgesellschaft für den Offshore-Windpark
»Arcadis Ost 1«

Die Projektgesellschaft KNK Wind GmbH plant, bis Ende 2017 einen Windpark in der Ostsee vor Rügen zu errichten.
Der Name des Offshore-Projekts »Arcadis Ost 1«.

Zu den Gesellschaftern gehören:
WV - LogoNordex - LogoIKB - LogoSWBV - Logo
WV Energie AG, Frankfurt am MainNordex SE, RostockInnsbrucker KommunalbetriebeStadtwerke Bad Vilbel

Des Weiteren beteiligen sich 25 kommunale Unternehmen (vorrangig Stadtwerke) an dem Projekt.

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Lage und Standortabgrenzung des Windparks

Der Standort des Offshore-Windparks »ARCADIS Ost 1« liegt in der deutschen Ostsee, etwa 19 km nordöstlich von Kap Arkona (Insel Rügen) am Rande der 12-Seemeilen-Zone innerhalb des Küstenmeers. Das Vorhabensgebiet ist als marines Eignungsgebiet für Windenergieanlagen durch das Land Mecklenburg-Vorpommern ausgewiesen. »Arcadis Ost 1« soll sich am südöstlichen Rand des Arkonabeckens über eine etwa 30 Quadratkilometer große Fläche mit einer maximalen Ausdehnung von 15 km in Nordwest-Südost-Richtung und 3,5 km in Nord-Süd-Richtung erstrecken.
Die KNK Wind GmbH plant, 58 Offshore-Windenergieanlagen bis Ende 2017 zu errichten. Darüber hinaus ist der Bau einer Umspannplattform vorgesehen, die den Netzanschluss zum Festland sicherstellt.

Eckpunktkoordinaten der Fläche von „Arcadis Ost 1“
Lageplan - Arcadis Ost 1
NummerLängeBreite
113°41'35,86"E54°47'51,14"N
213°45'57,90"E54°47'1,68"N
313°36'48,94"E54°51'13,77"N
413°33'19,75"E54°50'34,75"N
513°33'49,74"E54°49'55,47"N
Koordinatensystem: WGS 84 geographisch

Offshore-Windenergieanlage

Im Projekt »ARCADIS Ost 1« wird die von ALSTOM – speziell für den Offshore-Einsatz – entwickelte Windenergieanlage »Haliade 150« mit einer Nennleistung von 6 MW zum Einsatz kommen.

Die Nabenhöhe der Offshore-Windenergieanlage beträgt 100 m (über Wasserspiegel),
der Rotor hat einen Durchmesser von 150 m.

Planungskarte - Arcadis Ost 1

Quelle: Arcadis Deutschland GmbH

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Baugrundverhältnisse und Gründung der Windenergieanlagen

Offshore-Windenergieanlagen müssen solide positioniert sein. Das Fundament muss die horizontal gerichteten Kräfte aus Rotorschub, Windlast und Wellenkraft sowie die vertikalen Kräfte aus dem Eigengewicht der Anlage sicher aufnehmen. Für die Wahl des passenden Gründungsverfahrens spielen darüber hinaus Kriterien wie Wassertiefen, Baugrund, klimatische Bedingungen, betriebliche Anforderungen, Umweltverträglichkeit, Nutzungszeiten, Rückbaumöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit eine wesentliche Rolle. Zur optimalen Bestimmung der Gründungsstruktur muss der Baugrund vorab erkundet werden. Für diesen Zweck wurde im ersten Halbjahr 2011 eine sog. Baugrundvorerkundung im Windparkareal durchgeführt. Hierbei wurden an fünf Lokationen Bohrungen sowie Drucksondierungen (CPT) teilweise in getrennten oder kombinierten Verfahren durchgeführt.
Die Erkundungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: der Meeresboden ist bedeckt von einer Schlickschicht mit 5,5 m bis 8,6 m Mächtigkeit, danach findet man eine Schicht aus Weichsedimenten vor, die sich bis zu einer Tiefe von knapp 30 m unterm Meeresboden erstreckt. Im Anschluss hieran folgt ein Sediment aus Geschiebemergel bis zu einer Tiefe von ca. 41 m bevor Kreideboden erreicht wird.
Aufgrund der skizzierten Untergrundverhältnisse am Standort und den vorherrschenden Wassertiefen von 41 m bis 46 m wurde als einzig sinnvolle Variante eine Jacket-Konstruktion auf Pfählen angesehen. Bei einer Jacket-Gründung wird eine aufgelöste Gitterkonstruktion im Wasser auf dem Untergrund abgestellt, wobei nach dem jetzigen Planungsstand eine Jacket-Gründungsstruktur von einer dreieckigen Basisfläche am Meeresboden mit 3 Pfählen zur Verankerung ausgegangen wird. Die 3 Rammpfähle haben einen Durchmesser von jeweils ca. 3 m und werden etwa 42 m bis 48 m in den Baugrund eingebunden.

3-Bein-Jacket

3-Bein-Jacket

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Genehmigungsverfahren »Arcadis Ost 1«

Das Genehmigungsverfahren der Offshore-Windparks bemisst sich nach ihrem Standort (geographische Lage). Windparks im Küstenmeer, innerhalb der 12 Seemeilen-Zone, wie »ARCADIS Ost 1«, unterliegen grundlegend anderen Rechtsrahmen als Windparks in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Für die Genehmigung und Errichtung von Offshore-Windparks im Küstenmeer ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) maßgebend und die jeweiligen Bundesländer zuständig. Vorgelagert ist ein Prüf- und Abstimmungsverfahren – Raumordnungsverfahren (ROV) – erforderlich.

Für »Arcadis Ost 1« sind demnach folgende Verfahren vorgesehen:

Das Raumordnungsverfahren mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung wurde im Jahr 2011 durchgeführt und mit der landesplanerischen Beurteilung am 04.02.2013 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Sie stellt die Voraussetzung für das Genehmigungsverfahren nach BImSchG dar. Nach derzeitiger Planung wird mit der Beendigung des BImSchG-Verfahrens im vierten Quartal 2013 gerechnet.

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Netzanbindung

Die Energie, die »Arcadis Ost 1« erzeugt, gelangt über das windparkinterne Kabelnetz zur Offshore-Umspannplattform und wird von dort per Kabelanbindung zum Land transportiert und in das Höchstspannungsnetz eingespeist.

Windparkinterne Verkabelung

Das Ergebnis des Basic Engineering sieht eine Ringstruktur mit »normal-offenen Halbringen« als technisch und wirtschaftlich optimale Anbindung der 33 kV-Seekabel an die USP an.
Es kommen dabei nur 2 unterschiedliche Kabelquerschnitte zum Einsatz. Die interne Parkverkabelung ist so strukturiert, dass insgesamt 12 Ketten mit max. 6 OWEA über mehrere Kabellinien die Energie zur zentral positionierten Sammelplattform einspeisen. Die Gesamtlänge des internen Netzes beträgt ca. 79 km.

Umspannplattform (USP)

Die unbemannte Umspannplattform (es sind nur Notunterkünfte vorgesehen) ist innerhalb des Windparks angeordnet und dient in erster Linie zur Bündelung der einzelnen WEA-Ringe, zur Aufnahme elektrischer Anlagen und weiterer technischer Ausrüstungen mit einer Grundfläche von ca. 65 m x 36 m. Für die Anordnung und Verbindung der einzelnen Anlagen ist eine Aufteilung in zwei Ebenen bzw. Decks vorgesehen, welche weitestgehend geschlossen (eingehaust) sind.

Nach derzeitigem Planungsstand wird die Umspannplattform auf einer Jacket-Gründung mit einer viereckigen Basisfläche von rd. 26 m x 26 m am Meeresboden gegründet und ragt etwa 10 m aus dem Wasser heraus.

USP Arcadis Ost 1

348 MW-Umspannplattform (USP)

Externer Netzanschluss zum Netzeinspeisepunkt

Den Netzanschluss errichtet und betreibt 50 Hertz. Laut Energiewirtschaftsgesetz sind die Netzbetreiber verpflichtet, die Leitungen von der Umspannplattform des Offshore-Windparks bis zu dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt des nächsten Übertragungs- oder Verteilnetzes zu legen und zu betreiben.

Die geplante Gesamtleistung des Offshore-Windparks wird ca. 350 MW betragen und kann somit nur in das Höchstspannungsnetz eingespeist werden. Die beabsichtigte Netzanbindung erfolgt als Drehstromübertragungssystem – auf 220 kV Basis – mit Anlandepunkt Juliusruh (auf Rügen) und Weiterführung an Land zum Netzverknüpfungspunkt am Umspannwerk Lüdershagen (Nähe Stralsund).

Die Trasse vom Anlandepunkt bis zum Umspannwerk

Planungskarte - Arcadis Ost 1

Die orangene Linie zeigt den groben Verlauf des während des Raumordnungsverfahrens für die externe Kabeltrasse ermittelten 500 Meter breiten Korridors, in dem jetzt die genaue Trasse für den Netzanschluss geplant wird.

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